Oh Irland deine Türen!

Irland hat die schönsten Türen – und die schönsten Männer?! Zwei gewagte Aussagen, die es sich eindeutig zu überprüfen lohnt. Und so hat sich Alessandra von eurem Tuerknaufteam auf den Weg zu der grünen Insel gemacht, um die Geschichte hinter der Geschichte zu finden!

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Vielleicht denkt ihr euch jetzt: Die ist doch nicht ernsthaft für Türen – oder Männer – extra nach Irland geflogen?! So ganz unberechtigt ist eure Ungläubigkeit nicht. Von dem dritten ausschlaggebenden Grund für meinen einwöchigen Irland-Trip erfahrt ihr bald hier in unserem Tuerknauf-Blog mehr! Jetzt aber gleich zu der ersten Knaufgeschichte, die mir an meinem Ankunftsabend in Dublin begegnet ist… Wer das Ganze in Originalton auf Englisch nachlesen möchte, klicke bitte hier ;).

Ein Freund (von dem ihr während meines Reiseberichts noch mehr erfahren werdet) hat uns für die erste Nacht eine Übernachtungsmöglichkeit in Dublin organisiert. Da stand ich nun – müde nach der langen Reise von Würzburg über Frankfurt nach Dublin, mit Riesenrucksack, mitten in der Nacht vor einem Haus, dessen Bewohner ich noch gar nicht kannte. Aber die Tür sah toll aus! Da habe ich als Knaufgeschichten-Suchende natürlich gleich Vertrauen gefasst und wurde darin auch bestätigt.

Allan, unser Host, war super nett und hatte einige interessante Sachen zu erzählen. Wie zum Beispiel, dass er sich für nachhaltige Entwicklung in Dublin und Irland im Allgemeinen einsetzt. Das hat sofort mein Interesse geweckt: Wofür genau steht nachhaltige Entwicklung, in Irland und auch auf der ganzen Welt? Am nächsten Morgen habe ich beim Porridge-Essen die Gelegenheit beim Schopf gepackt und Allan Fragen über Fragen zu seiner Arbeit und auch zu seinem Heimatland und dem trinklustigen irischen Volk gestellt.

Lest hier Teil 1 von unserem ersten waschechten Knauf-Interview und erfahrt mehr über Allan und seine Meinung zu seiner grünen Heimatinsel!

 Tuerknauf: Jetzt mal unter uns – hast du vorher schon mal Leute bei dir übernachten lassen, die du gar nicht kanntest?

Allan: Ja, klar – kleine Anekdote dazu? Einmal habe ich 10 Inder gehostet. Eigentlich hatten sie mir gesagt, sie seien zu acht. Dann haben sie mich gefragt, ob doch noch einer mehr kommen könnte, obwohl das schon einer über dem Maximum war. Dann kamen zehn Inder bei mir an. Haha!

T: Was ist das Schlimmste und was ist das Beste, was dir als Gastgeber oder oder Übernachtungsgast jemals passiert ist?

A: Nicht furzen zu können. Und ihre Furze riechen zu können.

T: Ooookay…. Was sind für dich typisch irische Eigenschaften?

A: Vorlaut und gleichzeitig absolut widerstandsfähig zu sein. Iren beschweren sich viel, aber kommen auch mit jeder Menge Mist klar. Ach, ich find sie toll. Wir meinen es viel zu ernst mit dem Leben, als dass wir das Leben zu ernst nehmen könnten.

T: Wie fühlt sich das Leben in Irland für dich an?

A: Nachdem ich sehr viel im Ausland unterwegs war – ich hab für ein paar Jahre in China und in Schweden gewohnt und war in beinahe jedem westeuropäischen Land – habe ich bemerkt, dass sich die Atmosphäre hier in Irland ein bisschen europäischer anfühlt und offener. Man kann mit jeder Person hier eine lustige Zeit haben. Es stimmt nicht, dass Leute, die sich treffen und zusammensetzen, keinen Spaß ohne Alkohol haben können. Wir geben uns bloß nicht die Chance, das zu beweisen.

T: Wie unterscheiden sich Iren und die Atmosphäre hier im Land von anderen Ländern, in denen du gelebt hast?

 A: Andere würden uns als sehr konservativ beschreiben. Dafür gibt es hier nicht so viele Regeln wie in anderen Ländern, die das Leben langweiliger machen würden. Abe rich mag die Offenheit, Freiheit und die Infra- und Dienstleistungsstruktur, die man wo anders findet. Alles hat seine Vor- und Nachteile. Und du musst nicht konservativ sein, um hier überleben zu können.
Letztendlich machen funktionierende öffentliche Dienste, eine gut entwickelte Infrastruktur, etwaige Einrichtungen und Late Night Shopping nicht Freude aus. Freude kannst du in jedem noch so beschissenen Moment finden. Und das ist etwas, was in diesem Land gerade nicht so gut klappt.

T: Was magst du an Dublin, deinen Landsleuten und Irland?

A: Engstirnigkeit hat mich schon immer gleichzeitig begeistert und gestört. Mit geht nicht, und ohne auch nicht. Aber ja, wie ich schon erwähnt hatte, man kann hier immer offene Menschen finden, mit denen man Zeit verbringen kann. Und es ist aufregend zu sehen, dass Irland schon ein wenig offener wird. Wir sind zum Beispiel das erste Land, das einen Bürgerentscheid zu gleichgeschlechtlicher Ehe hatte (Anmerkung von Tuerknauf: Der übrigens letztes Jahr mit einem Ja ausging!)

T: Was hast du eigentlich studiert, und hat das irgendetwas mit Sustainable Development (oder auch: nachhaltiger Entwicklung) zu tun?

A: Ich habe Wirtschaft und Chinesisch studiert, nach ein paar Semestern an einer Kunsthochschule. Ich habe einen Master gemacht in „Ländlicher Entwicklung“, und schreibe meine Masterarbeit erst, wenn ich mich ausreichend mit Nachhaltigkeit beschäftigt habe.

Ihr wollt mehr über das Prinzip der Nachhaltigkeit und Allans Arbeit dazu erfahren? Seid gespannt auf Teil 2 unseres Knauf-Interviews! Kleiner Tipp: Montage und Donnerstage sind schöne Tage für irische Knaufgeschichten …

Knaufige Grüße!

PS: Übrigens – von der These, Iren seien die schönsten Männer der Welt, hat mir Allan gleich an meinem ersten Abend in Irland erzählt. Dazu gibt es tatsächlich eine schlaue Statistik, über die ihr hier mehr lesen könnt: http://bit.ly/21DJ8xt. Ob die These nun bestätigt werden kann oder nicht, davon kann sich jede(r) wohl selbst ein Bild machen! Irische Türen sind aber tatsächlich sehr schön.

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